“Ich bin mir sicher, das Angebot wird angenommen”

OVB Interview (08.01.2022) mit unserem Geschäftsführer Axel Kalscheuer über eine sechsstufige Wirtschaftsschule und einen neuen Bildungsgang in Rosenheim


Rosenheim – Die Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer wird ab dem kommenden Schuljahr sechsstufig. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshofs entschieden. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Axel Kalscheuer über die Bedeutung des Urteils und ob der Bedarf tatsächlich gegeben ist.

Was spricht für eine Sechsstufigkeit?

Vor über 20 Jahren wurde der Beginn der Realschule auf die fünfte Klasse vorgezogen. Seitdem gibt es auch die Forderung, dass die Wirtschaftsschule ebenfalls mit der fünften Klasse beginnen soll. Der erste Schritt dazu war der Schulversuch sechste Klasse Wirtschaftsschule. Unmittelbar darauf waren wir zunehmend von Eltern mit der Forderung nach einem Beginn ab der fünften Klasse konfrontiert. Deren Meinung war: Wenn ich die Wirtschaftsschule als die richtige Schule für mein Kind ansehe, warum soll es dann ein Jahr lang in eine andere Schule gehen für die es nicht motiviert ist? Das schadet doch meinem Kind. Daher haben wir, gegen viele Widerstände der Regierung von Oberbayern, die fünfte Klasse der Wirtschaftsschule als Ergänzungsschule gestartet. Das bedeutete aber eine wesentlich geringere Schulfinanzierung. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs ist nun der Weg freigemacht, zumindest für alle privaten Wirtschaftsschulen, mit der fünften Klasse zu beginnen.

Aber ist der Bedarf für eine Sechsstufigkeit tatsächlich gegeben?

Darüber entscheidet letzten Endes der Elternwille. Es wird eine Zeit dauern, bis dieses Angebot allgemein bekannt sein wird. Aber ich bin sicher, das Angebot wird angenommen.

Glauben Sie, dadurch entsteht eine Konkurrenz zu anderen Schulen?

Jede Schule ist immer auch in Konkurrenz zu anderen Schulen. Ich denke dabei zum Beispiel an die drei Gymnasien in Rosenheim. Betont wird aber gerne die Konkurrenz zur Mittelschule. Diese Befürchtung, die Wirtschaftsschule schade der Mittelschule, sehe ich, schon allein der Schulgröße wegen, als unbegründet an. Wir positionieren uns vielmehr, entsprechend unserem Motto “Berufsnah von der fünften Klasse bis zur Fachhochschulreife” zwischen der Realschule und dem Gymnasium.

Für wen kommt der Besuch der Wirtschaftsschule überhaupt in Frage?

Die Wirtschaftsschule betont die Lebensnähe, die Nähe zum Beruf. Sie steht daher in der Tradition der Reformpädagogik, aus der heraus die Berufsschule entstanden ist. Es gibt Schülerinnen und Schüler, denen ist diese Nähe zu einem Beruf besonders wichtig. Für diese Schüler ist die Wirtschaftsschule die richtige Schulart.

Neben der Sechsstufigkeit hat der Verwaltungsgerichtshof auch den Bildungsgang “Berufsschule Plus” genehmigt.

Wir möchten die Wirtschaftsschule mit einer passenden “Oberstufe” fortsetzen. Diese soll eine kaufmännische Berufsausbildung mit der Fachhochschulreife verbinden. Dieses Konzept ist deutlich näher am Beruf als die Ausbildung an der Beruflichen Oberschule.

Wann geht es mit der Umsetzung los?

Wir werden mit beiden Projekten mit Beginn des nächsten Schuljahres starten.

Interview: Anna Heise


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