Wenn der Bischof Nikolaus in die Schule kommt

Warum kommt am 6. Dezember ein Mann im Bischofsgewand, mit Stab, Mitra und Albe, mit zwei Schülerinnen als Engel verkleidet in die Schule❓ Warum besucht er alle Klassen und beschenkt die Schüler*innen und Lehrkräfte mit echten fair-trade Schokolade-Nikoläusen❓

Die Antwort ist ganz einfach: Bischof Nikolaus von Myra steht für die Liebe und Güte, die stärker ist als alle Dummheit, als alle Hoffnungslosigkeit dieser Welt. Er hat schon vor 1.700 Jahren in Kleinasien, der heutigen Türkei, als byzantinischer Christ gelebt. Seine Existenz ist historisch bezeugt, beschränkt sich aber auf viele Legenden. Trotzdem bleiben seine Werke der Liebe in den Herzen der Menschen bis zum heutigen Tage bestehen.

Lisa-Marie Dürrbeck und Loreen Heinrich, die beiden Engerl in ihren Chorröcken und Sternenhaarreifen, haben den Bischof tatkräftig unterstützt, als er durch die Schule marschierte. Auch die SMV – Schülermitverwaltung – vertreten durch Justin Kosel, hat sich aktiv an der Nikolausaktion beteiligt.

Warum also dieser Aufwand, der von der Schulleitung Katharina Westmeier und Dr. Sebastian Sienknecht ausdrücklich gefördert wurde? Auch viele Klassenlehrkräfte, denen treffende Sprüche zu ihren Schüler*innen einfielen, haben sich beteiligt. – Warum? Die Antwort ist ganz einfach: Der Bischof Nikolaus liebt Kinder, er ist Patron der Kinder und Schüler*innen.Er hat sich u.a. für drei Mädchen stark gemacht, die von ihrem verarmten Vater verkauft worden wären. Er warf ihnen nachts heimlich drei Klumpen Gold durchs Fenster. So sicherte er ihre Mitgift und sie konnten heiraten. Er teilte einen Großteil seines Vermögens mit den Armen.

Bischof Nikolaus bewahrte die Hafenstadt Myra (heute Demre) vor dem Hungertod, indem er den kaiserlichen Schiffskapitän im Hafen um Getreide bat. Als dieser erwiderte, dass es ihm in Byzanz (Ostrom, Konstantinopel, Istanbul) abgehen würde, sagte der Bischof. “Sorge dich nicht, es wird dir nichts fehlen!” – Der Schiffskapitän gab daraufhin dem Bischof Nikolaus das gewünschte Getreide. Die Leute wurden satt und bei der Hafeneinfahrt in Byzanz fehlte kein einziges Korn. Was sagt uns diese Legende? – Wer liebt, wer in der Liebe lebt, dem gehen die Gaben nie aus. Das Einzige, was sich vermehrt, wenn man es teilt, ist die Liebe. Sie ist keine Gefühlsduselei, sie ist ein Entschluss für das (bedrohte) Leben, eine Haltung, die aufbaut, stützt und stärkt. Wer liebt, bleibt, sagt ja zum Menschen, ja zur (Klassen-) Gemeinschaft und hält sein Wort auch dann, wenn es schwierig wird.

Nikolaus war ein Bischof. Das ist ein griechisches Wort und bedeutet: Drauf-Schauer, Supervisor. Er war ein Menschen-Hirte, daher der Hirtenstab. Als guter Hirte sorgt er für die ihm anvertrauten Menschen. Er tröstet sie, wenn sie weinen. Er stärkt sie, wenn sie Hunger haben. Er hilft ihnen weiter, wenn sie verletzt sind. Bischof Nikolaus ist wie eine gute Mutter, die ihre Kinder umsorgt, bekocht, die an ihren Betten wacht, wenn sie krank sind, die voll Kummer auf sie wartet, bis sie endlich nach Hause kommen … Nikolaus ist auch wie ein Vater, der aufmerksames Interesse an seinen Kindern zeigt und sie fördert. Er ist wie eine gute Lehrperson, die ihre Schüler kennt, die ihnen hilft, das Beste aus sich herauszuholen, damit sie im (Berufs-) Leben Bestand haben und mit guter, ausgezeichneter Bildung vorankommen.

Der griechische Name Nikolaus bedeutet: Sieger des Volkes. Nikolaus hat viele Bedrohungen, Einschüchterungen und Gefahren besiegt. Seine sprichwörtliche Güte hat alle Schatten und Unzulänglichkeiten überwunden. Er hat sich ihnen mutig und klug gestellt und er hat die Menschen aus dem Dunkel ins Licht, ins gelingende Leben, geholt. 💯

✍ Christian Kuster

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